Über PCRR
Vier Phasen, ein Ziel: die Zusammenarbeit mit Generativer KI in der Bildung kompetent, reflektiert und nachhaltig gestalten.
Das PCRR-Framework ist ein prozessorientiertes Modell für die Zusammenarbeit mit Generativer KI in Bildungskontexten. Es wurde im Rahmen eines Hochschullehrgangs an der Pädagogischen Hochschule Tirol entwickelt, in der Praxis erprobt und wissenschaftlich publiziert.
Während viele bestehende Frameworks sich auf die Formulierung einzelner Prompts beschränken, deckt PCRR den gesamten Prozess ab: von der strategischen Planung über die eigentliche KI-Kollaboration und deren kritische Überprüfung bis hin zur Reflexion des Lernprozesses. Die vier Phasen sind dabei nicht streng linear zu verstehen, sondern iterativ und miteinander verzahnt.

Das PCRR-Framework: Die vier Phasen Plan, Create, Review und Reflect sind iterativ und miteinander verzahnt. Create und Review bilden einen engen Rückkopplungszyklus, die Reflect-Phase speist Erkenntnisse in neue Plan-Phasen ein.
Plan
Strategische Vorbereitung
Bevor die Zusammenarbeit mit der KI beginnt, werden Ziele definiert, passende Tools ausgewählt und eine Strategie für die Kollaboration festgelegt. In dieser Phase wird mitgedacht, welche Informationen und Quellen benötigt werden, welche Rolle die KI einnehmen soll und in welchem Format das Ergebnis vorliegen soll. Die Qualität der Planung bestimmt maßgeblich die Qualität des gesamten Prozesses.
Create
Gemeinsame Erstellung
In der Create-Phase findet die eigentliche Zusammenarbeit mit der KI statt. Prompts werden formuliert, Ergebnisse gesichtet und durch gezieltes Nachprompting weiterentwickelt. Dabei kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz – von der Rollenzuweisung über das Bereitstellen von Beispielen bis hin zur Strukturierung in Teilschritte. Create ist kein einmaliger Akt, sondern ein iterativer Prozess, der eng mit der Review-Phase verzahnt ist.
Review
Kritische Überprüfung
Die Review-Phase begleitet die gesamte KI-Kollaboration als kontinuierlicher Evaluationsprozess. Ergebnisse werden auf fachliche Korrektheit, Qualität, ethische Unbedenklichkeit und rechtliche Konformität geprüft. Das Review findet auf drei Ebenen statt: nach einzelnen Outputs (Mikro), nach Teilaufgaben (Meso) und als Gesamtbewertung am Ende (Makro). So werden Fehler, Halluzinationen und Biases systematisch erkannt und adressiert.
Reflect
Metakognitive Reflexion
Während das Review das Produkt bewertet, richtet die Reflect-Phase den Blick auf den Prozess und den eigenen Lerngewinn. Was hat gut funktioniert, was nicht? Welche Strategien waren effektiv? Was würde man beim nächsten Mal anders machen? Diese Reflexion fördert metakognitive Kompetenzen und macht aus einzelnen KI-Erfahrungen übertragbares Wissen. Die Erkenntnisse fließen in die nächste Plan-Phase ein – so entsteht eine Spirale kontinuierlicher Kompetenzentwicklung.
Dokumentation als Grundprinzip
Ein zentrales Element des PCRR-Frameworks ist die systematische Dokumentation aller Phasen: von Planungsentscheidungen über den Kollaborationsverlauf bis hin zu Reflexionserkenntnissen. Diese Transparenz dient nicht nur der Leistungsbeurteilung, sondern fördert das Bewusstsein für den eigenen Arbeitsprozess. Die Dokumentationstiefe kann dabei an Erfahrungsstufe und Lernziel angepasst werden – von strukturierten Vorlagen für Einsteiger:innen bis zu offenen Reflexionsformaten für Fortgeschrittene.
Anpassbar an jeden Kontext
PCRR wurde ursprünglich für die Berufsbildung entwickelt, ist aber bildungsstufenübergreifend einsetzbar. Die konkrete Umsetzung variiert je nach Fachbereich, KI-Kompetenz der Lernenden und institutionellen Rahmenbedingungen. Das Framework gibt die Struktur vor – die inhaltliche Ausgestaltung liegt bei den Lehrenden und Lernenden.
Vertiefen
Die wissenschaftliche Fundierung des Frameworks, die detaillierte Ausarbeitung der vier Phasen und deren Verortung im Forschungsdiskurs finden sich in unseren Publikationen – alle frei zugänglich (Open Access).